«Reaktionäres Amalgam von Covid-Verharmlosern und Putin-Verstehern», so bezeichnet der selbsternannte Pazifist, GSoA-Urgestein und Grüner Alt-Nationalrat Jo Lang das Komitee der linken Befürworter der Neutralitätsinitiative. Lang selbst sprach sich für die Lieferung von NATO-Waffen an die Ukraine aus, stellt den militärischen Sieg der Ukraine als alternativlos dar – und bringt in einer Rede vor der SP Sektion Basel West sogar einen NATO-Beitritt der Schweiz als politisch denkbare Option zur Debatte.
Alec Gagneux, ehemaliges Vorstandsmitglied der Freunde der Verfassung und Entwicklungsdialoger, konfrontierte an der Vollversammlung der Gruppe für eine Schweiz ohne Armee (GSoA) vom 10. Mai 2026 in Solothurn diese Position und stellte Langs pazifistisches Selbstverständnis infrage. Zunächst würdigte Gagneux ausdrücklich die offene Diskussionskultur innerhalb der GSoA: Minderheiten könnten ihre Positionen vortragen, unterschiedliche Ansichten würden ausgehalten und kontroverse Fragen diskutiert.
Dennoch verweigert Lang konsequent den Dialog mit Gruppierungen, die sich durch Corona herausgebildet haben, zeigt wenig Verständnis für die Anliegen der Schweizerischen Friedensbewegungen und wertet Andersdenkende mit dem Kampfbegriffe wie "Rechtsextreme" oder "putinophil" ab.
Gagneux und Ueli Schlegel, Mitglied der Schweizerischen Friedensbewegung, Sektion Zürich, setzen diesem Denken eine andere Haltung entgegen: Verstehen bedeutet nicht unterstützen. Wer versucht, die Motive Russlands, Putins oder anderer Konfliktparteien zu verstehen, macht sich deren Politik nicht automatisch zu eigen. Gerade Friedensarbeit müsse dort beginnen, wo unterschiedliche Weltbilder aufeinandertreffen.
Ihr Appell richtet sich deshalb nicht nur an die GSoA, sondern an die gesamte Friedensbewegung – und letztlich an uns alle:
Mehr Dialog. Mehr Bereitschaft zuzuhören. Weniger politische Etiketten.
Denn wenn selbst jene Menschen, die sich für Frieden einsetzen, nicht mehr miteinander sprechen können – wie soll dann Verständigung zwischen verfeindeten Gesellschaften und Staaten möglich werden?
Hinterlasse hier gerne Deinen Kommentar zum Impuls-Video über die kollabierte Kommunikation innerhalb der Friedensbewegung in der Schweiz.
Nützliche Links:
Vortrag von Jo Lang an der Versammlung der SP Basel West am 28.3.2025
https://gsoa.ch/krieg-und-frieden-in-unuebersichtlichen-zeiten/
«Pazifist» Jo Lang fordert Waffenlieferungen
https://www.friedensbewegung.ch/pazifist-jo-lang-fordert-waffenlieferungen/
Linke für Neutralität: Warum dieses Komitee Ja zur Neutralitätsinitiative sagt
https://ttv.swiss/Linke-fur-Neutralitat-Warum-dieses-Komitee-Ja-zur-Neutralitatsinitiative-sagt
Singend Brücken bauen am Ostermarsch in Bern 2025
https://ttv.swiss/SINGEND-BRUCKEN-BAUEN-am-Ostermarsch-in-Bern-Jo-Lang-Chr-Pfluger-Laurent-10758
Anlass zur Weltfriedenswoche der Schweizerischen Friedensbewegung Sektion Bern
https://ttv.swiss/Schweizerische-Friedensbewegung-Kulturveranstaltung-zur-Weltfriedenswoche
Linke Putin-Versteher und Corona-Rebellen: Die unheilige Allianz hinter Blochers Initiative (tendenziöser Artikel der TX Group AG wie aus dem Lehrbuch)
https://www.tagesanzeiger.ch/neutralitaetsinitiative-linke-allianz-verbuendet-sich-mit-svp-965741584176
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Neutralitätsgegner Jo Lang an GSoA-Versammlung als Antipazifist entlarvt | ein Impuls-Bericht
13. August 2026 von Stefan Theiler
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