Der Neutralitätsrat hat sich gestern am 20. August 2026 in Bern mit einem Bericht zur sicherheitspolitischen Strategie der Schweiz der Öffentlichkeit vorgestellt. Das hochdotierte Expertengremium mit zwölf Persönlichkeiten aus Diplomatie, Militär und Wissenschaft untersucht in periodischen Berichten Verstösse gegen das Völkerrecht und formuliert Empfehlungen für die Schweizer Neutralitätspolitik. (Hier Teil 2)
05:33 Guy Mettan stellt den Neutralitätsrat vor
16:16 Ralph Bosshard stellt den Bericht des Neutralitätsrates zur Schweizerischen Sicherheitspolitik vor
27:08 Prof. Dr. Dr. Alfred de Zayas zum Völkerrecht & zur Neutralität
Der Bericht untersucht unter dem Titel «Verpasste Chancen» die «Sicherheitspolitische Strategie der Schweiz 2026» und den Lagebericht des Nachrichtendienstes des Bundes.
Ralph Bosshard, Hauptautor des Berichts, bemängelt unklare Begriffe, widersprüchliche Bedrohungsanalysen und eine einseitige Gewichtung der Kooperation mit NATO und EU. Während in der Sicherheitsstrategie Russland als zentrale Gefahr dargestellt wird, bezeichnet der NDB einen militärischen Angriff Russlands auf einen europäischen Staat als sehr unwahrscheinlich. Der Rat fordert deshalb eigenständige Szenarien, Risiko-Nutzen-Analysen und klare Ausstiegsklauseln für internationale Kooperationen.
Guy Mettan stellte den Neutralitätsrat als unabhängigen Thinktank für Neutralität und Völkerrecht vor. Der Rat will in periodischen Berichten Verstösse unabhängig vom Urheber benennen und Empfehlungen an Politik, Medien und Öffentlichkeit formulieren. Alfred de Zayas betonte die UNO-Charta als zentralen Massstab staatlichen Handelns. Die Schweiz könne ihre Rolle als glaubwürdige Vermittlerin nur bewahren, wenn sie Konfliktparteien gleich behandle, sich nicht an Propagandafeldzügen beteilige und das Völkerrecht konsequent anwende.
Die drei Kernaussagen:
Die Schweizer Sicherheitspolitik braucht eine eigenständige Lagebeurteilung. Der Bericht kritisiert methodische Mängel, widersprüchliche Bedrohungsanalysen und die weitgehend ungeprüfte Annäherung an NATO und EU. Gefordert werden Szenarien, Risiko-Nutzen-Analysen und klare Ausstiegsklauseln.
Neutralität und Völkerrecht gehören zusammen. Der Neutralitätsrat versteht sich als unabhängige Schweizer Stimme des Völkerrechts. Er will Rechtsverletzungen unabhängig vom Urheber benennen und daraus Empfehlungen für die Schweizer Politik ableiten.
Die UNO-Charta muss der Massstab sein. Völkerrechtler Alfred de Zayas warnt davor, dass die Schweiz mit einer weiteren Annäherung an EU und NATO ihre Glaubwürdigkeit als unparteiische Vermittlerin aufs Spiel setzt.
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Im ersten Teil der Medienkonferenz im Hotel Bern sprachen Ralph Bosshard, Oberstl i Gst a. D.
& Chief Planning Officer der OSZE, zum Bericht «Verpasste Chancen», Guy Mettan, ehem. Chefredakteur der Tribune de Genève über Aufgabe und Gründung des Neutralitätsrats sowie Prof. Dr. Dr. Alfred de Zayas, ehem. Experte des UNO-Menschenrechtsrates, über die Bedeutung des Völkerrechts.
Der zweite Teil der Medienkonferenz mit den Diplomaten Jean-Daniel Ruch und Georges Martin erscheint inkl. Fragerunde der Medienschaffenden am Sonntag, 23. August auf www.TTV.swiss
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Die Mitglieder des Neutralitätsrates:
Jacques Baud, ehem. Oberst i Gst, Mitarbeiter des Nachrichtendienstes der Schweiz
Ralph Bosshard, lic. phil., Historiker, ehem. Oberstl i Gst und Chief Planning Officer der OSZE
Henriette Hanke Güttinger, Dr. phil., Historikerin
Peter König, Ökonom, ehem. Mitarbeiter der Weltbank und der WHO
Philipp Kruse, lic. iur., Rechtsanwalt
Wolf Linder, Prof. Dr. Dr. h.c., Politologe, ehem. Direktor des Forschungszentrums für schweizerische Politikder Universität Bern
Pascal Lottaz, Prof. Dr., Politologe, Gründer der Neutrality Studies
Georges Martin, lic.rer.pol., ehem. Botschafter, ehem stv. Staatssekretär im Departement für auswärtige Angelegenheiten
Guy Mettan, Journalist, ehem Chefredaktor der Tribune de Genêve, ehem. Präsident des Grossen Rates des Kantons Genf
René Roca, Dr. phil., Historiker, Gründer und Leiter des Forschungszentrums für direkte Demokratie
Jean-Daniel Ruch, ehem Botschafter, Gründer des Geneva Center for Neutrality
Alfred de Zayas, Prof. Dr. iur. et phil., Völkerrechtler und Historiker, ehem. Experte des Menschenrechtsrats der Vereinten Nationen für die Förderung einer demokratischen und gerechten internationalen Ordnung.
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Der Neutralitätsrat ist unabhängig und wird von der Bewegung für Neutralität (bene.swiss) logistisch und finanziell unterstützt.
Er publiziert periodisch Analysen zu aktuellen Völkerrechtsfragen und gibt Empfehlungen zu Handen der Schweizer Regierung hinsichtlich ihrer Neutralitätspolitik.
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Kontakt: office@neutralitaetsrat.ch
Weitere Infos: www.neutralitaetsrat.ch | www.bene.swiss | www.zeitpunkt.ch
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Gründung Neutralitätsrat | Medienkonferenz mit Guy Mettan, Ralph Bosshard, Alfred de Zayas | Teil 1
21. August 2026 von Stefan Theiler
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