Christoph Pfluger und Daniele Ganser kennen sich seit mehr als zwanzig Jahren. Das merkt man diesem Gespräch an. Zwei Stunden lang entsteht ein Raum, in dem es um die großen Konflikte unserer Zeit geht aber ebenso um den Menschen hinter dem bekannten Historiker und Friedensforscher.
Daniele Ganser erzählt von seiner Kindheit zwischen Tessin und Basel, der Rudolf-Steiner-Schule, seiner Familie und seinem Weg zur Geschichte. Er spricht über seine ersten Forschungen zur Kubakrise, über die NATO-Geheimarmeen und darüber, wie der 11. September 2001 schließlich auch sein eigenes Leben verändern sollte.
Besonders persönlich wird das Gespräch, als Daniele Ganser von jenem Moment erzählt, an dem seine akademische Karriere ins Wanken geriet. Seine Beschäftigung mit offenen Fragen zu 9/11 brachte ihm massive Kritik ein. An der ETH stand er schließlich vor der Entscheidung, seine Forschung und öffentlichen Äußerungen einzuschränken oder seine akademische Laufbahn zu riskieren. Eine entscheidende Rolle spielte damals seine Frau: Sie bestärkte ihn darin, sich nicht selbst zum Schweigen zu bringen.
Aus dem Karriereknick entstand ein neuer Weg: ein eigenes Forschungsinstitut, Bücher, Vorträge – und schließlich Säle mit Tausenden Zuhörern.
Doch Christoph Pfluger und Daniele Ganser bleiben nicht bei der Biografie. Sie sprechen über die Ukraine, Gaza, die Macht der USA, den Aufstieg Chinas und Russlands und die Frage, welchen Platz eine neutrale Schweiz in einer zunehmend multipolaren Welt noch finden kann.
Dabei zeigt sich Daniele Ganser auch von einer anderen Seite: humorvoll, selbstkritisch und immer wieder erstaunlich persönlich. Einer seiner wichtigsten Sätze lautet: Glaub nicht alles, was du denkst. Denn auch der Historiker, sagt Daniele Ganser, muss wissen, dass seine Sicht immer nur einen Ausschnitt der Wirklichkeit erfassen kann.
So wird aus einem Gespräch über Krieg und Macht schließlich auch eines über Angst und Freude, über Dankbarkeit, Hoffnung – und darüber, wie man sich in einer unübersichtlichen Welt den eigenen Verstand bewahrt.
«Und dann ging eine andere Tür auf» - Christoph Pfluger live im Gespräch mit Daniele Ganser
19. September 2026 von ,
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