Warum reden Menschen so oft aneinander vorbei? Der Schweizer Paartherapeut Dr. Klaus Heer spricht im Interview mit Transition TV über die Kunst des Zuhörens, über verletzte Eitelkeit, Rechtfertigungsreflexe und die Schwierigkeit, unangenehme Wahrheiten auszuhalten.
Seine zentrale Botschaft: Das Reden ist weniger wichtig als das Hören – vor allem dann, wenn die Ohren mit dem Herzen verbunden sind. Wer sich bei jeder Kritik sofort angegriffen fühlt und sich verteidigt, verhindert ein echtes Gespräch. In einer Beziehung müssten deshalb zwei Wahrheiten unter einem Dach Platz haben.
Heer spricht auch über Begriffe wie «beziehungsunfähig» oder «Narzisst», über Kontaktabbrüche während der Corona-Zeit und über die Herausforderung, mit weltanschaulichen Unterschieden zu leben.
Seine zugespitzte Formel lautet:
«Entweder will man Recht haben oder Beziehung. Man kann nicht beides haben.»
Und vielleicht ist genau das der Kern seines Handwerks: nicht den anderen verändern wollen, sondern lernen zu wollen, wirklich zu verstehen, was der andere sagen möchte.
Klaus Heer: Wie wir lernen, nicht mehr aneinander vorbeizureden
8. August 2026 von Stefan Theiler
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