Was braucht es, um verborgene Missstände aufzudecken? Mut, Hartnäckigkeit, gute Quellen – und manchmal starke Nerven gegenüber Anwälten und mächtigen Gegenspielern.
Am 16. Oktober 2026 diskutierten am Journalistenkongress des Vereins Unabhängiger Journalismus (UJ) in Zürich vier Medienschaffende aus der Schweiz und Österreich über die Chancen, Herausforderungen und Risiken des investigativen Journalismus.
Keine Lust auf das ganze Video? Transition TV präsentiert die Höhenpunkte des Podiums in einer zehnminütigen Zusammenfassung auf dem YouTube-Kanal: Transition TV
1. Was macht Investigativjournalismus aus?
Leo Eiholzer («NZZ am Sonntag»), Michèle Binswanger («Nebelspalter»), Nikolaus Frings («Kronen Zeitung») und Janik Leuenberger (ehemals «Blick») diskutieren über die Bedeutung investigativer Recherchen, die wirtschaftlichen Interessen der Medienhäuser und die Frage, was einen investigativen Journalisten überhaupt von einem gewöhnlichen Journalisten unterscheidet.
Geht es um exklusive Enthüllungen, spektakuläre Inszenierungen oder schlicht darum, bislang unbekannte Tatsachen ans Licht zu bringen, die andere lieber geheim halten möchten?
2. Klagen, Drohungen und Einschüchterungsversuche
Wer über mächtige Personen und Institutionen recherchiert, macht sich angreifbar. Die Podiumsgäste berichten von juristischen Drohungen, kostspieligen Gerichtsverfahren und dem wachsenden Einfluss spezialisierter Medienanwälte.
Besonders eindrücklich schildert Michèle Binswanger, wie ihr im Zusammenhang mit ihrem Buch über die Zuger Landammann-Affäre nach ihrer Darstellung von gegnerischer Seite gedroht worden sei:
«Wir werden ihren Ruf zerstören. Wir werden sie fertig machen.»
Auch die strafrechtlichen Risiken bei der Veröffentlichung vertraulicher Akten und die Frage nach der Verantwortung der Verlage kommen zur Sprache.
Wie viel Rückendeckung erhalten Journalisten von ihren Redaktionen? Und führt der zunehmende juristische Druck dazu, dass brisante Recherchen gar nicht erst veröffentlicht werden?
3. Das Publikum fragt nach
Zum Abschluss stellen die Besucherinnen und Besucher des Kongresses ihre Fragen:
Wie entstehen investigative Recherchen? Welche Rolle spielen Informanten, Leaks und zufällige Hinweise? Wie können Journalisten verhindern, von ihren Quellen instrumentalisiert zu werden?
Und schliesslich: Kann künstliche Intelligenz künftig investigative Journalisten ersetzen?
Die Antworten zeigen, dass KI zwar grosse Datenmengen analysieren und Recherchen erleichtern kann, das persönliche Vertrauen zwischen Journalisten und Informanten aber weiterhin eine entscheidende Rolle spielt.
Ausgewählte Vorträge und Podiumsdiskussionen vom 5. Internationalen Journalistentag werden laufend auf www.TTV.swiss publiziert.
🎥 Das vollständige, ungekürzte Podium ist auf Transition TV zu sehen:
https://www.ttv.swiss
🎙️ Auf dem Podium
Leo Eiholzer | Investigativjournalist, «NZZ am Sonntag»
https://www.nzz.ch/nzz-am-sonntag
Michèle Binswanger | Journalistin und Autorin, «Nebelspalter»
https://www.nebelspalter.ch
Nikolaus Frings | Innenpolitikjournalist, «Kronen Zeitung» (Österreich)
https://www.krone.at
Janik Leuenberger | Investigativjournalist, ehemals «Blick» und SRF
https://www.blick.ch
Moderation: Marcus Hebein, Wirtschaftsjournalist
Veranstaltung: Journalistenkongress Zürich 2026
Datum: 16. Oktober 2026
Ort: The Circle, Flughafen Zürich
Veranstalter: Verein Unabhängiger Journalismus (UJ)
https://www.verein-uj.ch
Zusammenschnitt: Stefan Theiler | Transition TV
Transition TV – Journalismus jenseits der Filterblasen
🌐 Reportagen, Interviews und ganze Sendungen:
https://www.ttv.swiss
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Investigativjournalismus unter Druck: Recherchen, Klagen und KI | Ganze Podiumsdiskussion, Zürich-Flughafen, 16.10.2026
22. Oktober 2026 von Stefan Theiler
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