Die Bauindustrie wirbt mit Nachhaltigkeit, Energieeffizienz und hohen Recyclingquoten. Doch hinter den Fassaden moderner Neubauten verbirgt sich eine Wegwerfmentalität, die enorme Mengen an Ressourcen verschlingt und Müll produziert. Ganze Gebäude werden abgerissen, obwohl sie gerade erst errichtet wurden. Wertvolle Baumaterialien landen auf Deponien, während die Industrie am nächsten Neubau verdient.
Im Gespräch mit Elisa Gratias erklärt der Bauingenieur und Immobilienentwickler Benjamin Fercher, warum das moderne Bauwesen zunehmend auf kurzlebige Materialien, industrielle Fertigung und aufwendige Verbundsysteme setzt. Was als Fortschritt verkauft wird, erweist sich bei genauerem Hinsehen häufig als ökologischer Rückschritt. Denn viele der heute verbauten Materialien lassen sich kaum reparieren, voneinander trennen oder sinnvoll wiederverwenden.
Wer profitiert von diesem System? Welche Rolle spielen Bauvorschriften, Normungsinstitute und die wirtschaftlichen Interessen der Baustoffindustrie? Und warum stehen jahrhundertealte Häuser noch immer, während moderne Gebäude schon nach wenigen Jahrzehnten aufwendige Sanierungen benötigen?
Benjamin Fercher zeigt, dass es auch anders geht: mit Holz, Lehm, Kalk und traditionellen Bauweisen, die langlebig, reparierbar und ressourcenschonend sind. Dabei geht es nicht nur um Nachhaltigkeit, sondern auch um gesundes Wohnen, Lebensqualität und die Frage, welche Häuser wir kommenden Generationen hinterlassen wollen.
Ein Gespräch über die Schattenseiten der modernen Bauindustrie und die Möglichkeiten einer Baukultur, die wieder für Menschen statt für den nächsten Abriss baut.
Webseite von Benjamin Fercher
https://benjaminfercher.at/
Bauen, abreißen, kassieren – Das profitable Geschäft mit der Wegwerfarchitektur
30. Oktober 2026 von ,
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